Lawinensituation im Jänner 2026 (25.01.2026)
Nach einem sehr ereignisarmen Jahresbeginn 2026 ereigneten sich infolge der zwischen 8.1. und 12.1. eingetretenen Schneefälle mehrere schwere Lawinenunglücke, es kam zu einer sogenannten „Lawinenzeit“.
Eine „Lawinenzeit“ ist nach Klaus Hoi durch ein plötzliches Ansteigen von Lawinenereignissen und Unfällen innerhalb eines begrenzten Zeitraumes charakterisiert. Der Begriff beschreibt eine (zumeist kurze) Periode mit kritischer Lawinensituation. Derartige lawinenaktive Zeiträume dauern oft nur wenige Tage, doch gerade an diesen Tagen gibt es regelmäßig eine Häufung von touristischen Unfällen. Winterperioden mit einer über einen längeren Zeitraum geringmächtigen Schneedecke (verbunden mit tiefen Temperaturen) sind besonders prädestiniert, da die Ausbildung eines schwachen Fundaments in der Schneedecke (Schwimmschnee) begünstigt wird. Kommt es in der Folge zu Schneefällen, meist in Verbindung mit Wind (so wie zwischen 8.1. und 12.1), steigt die Lawinengefahr in der Regel rasch an, was die erwähnten Unfallhäufungen zur Folge hat.
Bereits am 11.1. ereignete sich ein tödlicher Lawinenunfall im Bereich des Wetterkreuzes nahe des Gilfert. Am 13.1. kam ein Jugendlicher im freien Skiraum von Sportgastein unter eine Lawine und verstarb. In Ischgl wurde am 15.1. ein Variantenfahrer Opfer einer Lawine, als er im Bereich Velilltal westlich des Bürkelkopfes ins freie Gelände einfuhr.
Insgesamt acht Todesopfer waren am Samstag, dem 17.1. zu beklagen. Nahe der Schmugglerscharte (Bad Hofgastein) kam eine Frau ums Leben. Beim Aufstieg zum Finsterkopf (Großarl) wurden mehrere Tourengeher einer geführten Gruppe verschüttet, wodurch vier Personen ihr Leben verloren. Bei der Abfahrt im Bereich des Schönfeldspitz (Pusterwald) kamen drei Tourengeher einer siebenköpfigen Gruppe bei einem Lawinenabgang ums Leben.
Die letzten bekannten „Lawinenzeiten“ traten im Februar 2022 und 2023 auf. Vom 3.2. bis zum 5.2.2022 gab es insgesamt 30 Unfälle mit neun Toten. Ein Jahr später ereigneten sich im Zeitraum vom 3. bis zum 6. Februar ebenfalls 30 Unfälle mit neun Toten.