Lawinenunfall in der Wattener Lizum (06.02.2016)

Mit fünf Toten ist der gestrige Lawinenunfall in der Wattener Lizum (Tirol) der schwerste seit 2009. Der Unfall ereignete sich beim Zustieg zum sogenannten „Geier“; die Alpinisten wurden in einer Seehöhe von ca. 2300m verschüttet, die Ablagerungshöhe der Lawine erreichte bis zu fünf Meter. Seit 1946/1947 gab es 46 Lawinenunfälle mit fünf oder mehr Toten. Mit dem gestrigen Ereignis ist diese Zahl nun auf 47 gestiegen. Durchschnittlich sind in Österreich 26 Lawinentote im Jahr zu beklagen.
Der äußerst ungünstige Schneedeckenaufbau in diesem Winter macht eine Einschätzung der Lawinensituation für weniger gut ausgebildete Personen extrem schwierig. Infolge der geringen Schneehöhen im Dezember und Anfang Jänner hat sich an der Basis der Schneedecke ein ausgeprägtes Schwimmschneefundament entwickelt. Diese schwachen und störanfälligen Schichten wirken wie ein Kugellager und können oft schon durch die geringste äußere Zusatzbelastung ausgelöst werden. Jenen Personen, die über kein entsprechendes lawinenkundliches Wissen verfügen, wird angeraten im gesicherten Skiraum zu bleiben oder nur mäßig steiles Gelände zu befahren.

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